Zu Gast bei den Freifunkern in Oldenburg

20170602_195456 Freifunk NW

In diesem Raum planen die Freifunker ihr Netzwerk mit 6.000 angeschlossenen Computer, Tablets und Smartphones im Nordwesten.

Internet. Seit einigen Tagen bin ich „Freifunker“. Freifunk ist eine ehrenamtliche Initiative, die alle Bürger dabei unterstützt, eigene offene WLAN-Netze aufzubauen. Freifunk erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In Nordwest Niedersachsen (Region Ostfriesland, Oldenburger Land und Osnabrück) sind täglich bereits bis zu 6.000 Computer, Tablets oder Handys am Freifunknetz  ansgeschlossen. Also ca. 6000 Leute nutzen täglich Freifunk! Das Netzwerk wuchs im vergangenen Jahr um 40 Prozent.

Viele Firmen und Gewerbetreibende sowie öffentliche Einrichtungen in Lohne bieten ihren Besuchern bereits Freifunk an. In der Fußgängerzone gibt es überall freien und unbegrenzten Zugang zum Internet. Der Lohner IT-Experte und Freifunker Sem Stadel hat schon Hunderte von Routern in Lohne und Umgebung aufgebaut, die als Freifunkknoten offenes WLAN verbreiten und damit freien Zugang zum Internet ermöglichen.

In wenigen Jahren wird es zum selbstverständlichen Service für alle Kommunen und Firmen gehören, an öffentlichen Orten freien Zugang zum WLAN und damit zur Informationsgesellschaft anzubieten. Warum sollte Freifunk nicht auch in Bakum genutzt werden? Vielleicht könnte damit – ähnlich wie in Lohne – auch unsere Gemeinde attraktiver gemacht werden. Besonders in den Teilen unserer großen Flächengemeinde, in denen mobiles Internet nur eingeschränkt verfügbar ist, könnte Freifunk sehr nützlich sein. Mit Freifunk kann man sich sein „Netz“ selbst bauen und wieder abbauen. Zum Beispiel könnte man einen  Hotspot auf dem derzeit in Lüsche stattfindenden Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren einrichten.

Freifunk, ein Netzwerk von Bürgern für Bürger. ist für mich genauso abenteuerlich wie meine Bastelei an den ersten Internetseiten für Bakumer Vereine Anfang dieses Jahrhunderts. Gestern besuchte ich ein Treffen der Initiative Freifunk Nordwest in Oldenburg, um mir einen Eindruck von den Leuten zu machen, die die Initiative betreiben und um mehr Hintergrundwissen über Freifunk zu gewinnen. Mein erstes Abenteuer bestand darin, erst einmal den Versammlungsort zu finden. Er sollte direkt neben dem Bahnhof sein. Ich bin wohl gefühlt fünf Mal vergeblich um den Bahnhofsvorplatz gelaufen. Nein, im Fürstensaal, wo die Rotarier tagen, treffen sich doch nicht die Freifunker?! Irgendwann stand ich vor der Tür eines Gebäude mit einem Schild „Computermuseum Oldenburg“. Als dort ein Mann reinging, fragte ich ihn, wo wohl das Treffen von Freifunk sei. Er antworte mir, dass ich hier genau richtig sei und ich ihm folgen solle. Es stellte sich heraus, dass der freundliche Mann Sem Stadel aus Lohne war.

Im Obergeschoss saßen ca. 10 Männer im Alter von geschätzt 25 bis 40 Jahren in einem schlichten Raum vor ihren Laptops. Ein Beamer warf die Tagesordnung der Sitzung an die Wand. Einer der Freifunker übernahm die Leitung und begann mit einer Vorstellungsrunde. Die Freifunker stammen aus dem ganzen Nordwesten, aus Wittmund, Wilhelmshaven, Oldenburg und mit Sem Stadel auch aus Lohne und sind alle im Studium oder Beruf. Freifunk machen sie in ihrer Freizeit. Einige sind schon seit Jahren dabei, andere erst seit kurzer Zeit.

Sie fragten mich, warum ich mich für Freifunk interessiere und welche Erwartungen ich hätte. Sehr aufmerksam hörten sie mir zu und ich fühlte mich gleich willkommen. Während des Treffens konnte ich einige Fragen zu Freifunk stellen. So erfuhr ich, dass Freifunk keine Alternative zum Breitbandinternet sein will und dass die Freifunker noch am Aufbau ihres Netzes forschen.

Besonders interessant fand ich ihre geplanten Projekte. In einem Dorf mit nicht vorhandenem DSL-Internet wollen sie mit Richtfunkantennen WLAN-Verbindungen einrichten und den Ort mit Freifunk versorgen. Auch Ferienwohnungen sollen mit Freifunk versorgt werden. Vorteil für die Vermieter: Günstige Realisierung einer Internetversorgung in ihren Ferienwohnungen. Mehrere Wohnungen können mit nur einem Internetanschluss in der Nähe mit Freifunk ausgestattet werden.

Nach der Veranstaltung spazierte ich noch einmal kurz durch die Oldenburger Fußgängerzone. Im Gegensatz zu Lohne fand ich dort kaum offene WLAN-Netze. Selbst in der Wallstraße, Oldenburgs Partystraße, gab es kein offenes Netz. Da hat die Kleinstadt Lohne der Großstadt Oldenburg doch was voraus.

Tipp: Wer mehr über Freifunk wissen oder sogar selber Freifunk anbieten möchte, kann gerne mich oder am besten gleich den Fachmann Sem Stadel fragen.

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