Die nebulöse „Bürgerbeteiligung“ beim Vestruper Windpark

Gemeinde Bakum. Der geplante Windpark ist derzeit ein wohl heiß diskutiertes Thema an vielen Stammtischen in der Gemeinde Bakum.

Gestern unterhielten wir uns über das Thema und gerieten dabei fast in Streit über die „Bürgerbeteiligung“ an dem geplanten Projekt im Bereich Vestrup und Lüsche. Bürgermeister Hans Lehmann hat mehrfach öffentlich bekanntgegeben, dass eine Bürgerbeteiligung von mindestens 30 Prozent garantiert werden soll. Im Dorf wurde von attraktiven Renditen von 7 bis 8 Prozent für die Anleger langfristigen Kapitals an den Windanlagen gesprochen.

Ich hatte mir das so vorgestellt: An einer Gesamtinvestition von beispielsweise 50 Mio Euro könnten sich Bürger der Gemeinde Bakum mit Einlagen bis zu 15 Mio Euro (=30%) an dem Windpark beteiligen. So soll das allerdings nicht laufen, wurde ich des Abends aufgeklärt. Die Bürgerbeteiligung soll demnach so funktionieren: Bürger können sich an einer Gesellschaft beteiligen, die die Finanzierung des Bürgeranteils von 30 Prozent an der Gesamtsumme durchführt. Das Kapital der Gesellschaft wird zu 70 % aus Fremdkapital, zu 30 Prozent aus Einlagen der Gesellschafter (Eigenkapital) beschafft. Somit können Bürger der Gemeinde Bakum sich  nicht etwa mit 15 Mio sondern nur mit 4,5 Mio Euro (=9% der Gesamtinvestition Euro von 50 Mio Euro) direkt beteiligen. Nur auf diese Weise könnten so hohe Renditen garantiert werden, wurde mir erklärt. Weil nämlich das restliche Fremdkapital (10,5 Mio Euro) im „Bürgerpool“  zu wesentlich günstigeren Zinssätzen am Markt erworben werden kann. Und 15 Mio Euro ließen sich in Klein-Bakum sowieso nicht so leicht auftreiben.

Aha,  soll  so „Bürgerbeteiligung“ ala Bakum funktionieren, fragte ich mich. Man bläst 30 Prozent in einen Ballon, lässt man die Luft raus, bleiben davon nur 9 Prozent echte „Bürgerbeteiligung“ übrig? Der Rest wird mit Fremdkapital von Kreditinstituten finanziert, die einen großen Teil der sogenannten „Bürgerbeteiligung“ übernimmt? Warum spricht man dann nicht gleich von nur 9 % „Bürgerbeteiligung“? Das ist doch schließlich auch schon viel Geld, immerhin 4,5 Millionen Euro. Oder habe ich da – wie viele andere ebenfalls – etwas nicht verstanden? Oder stimmt das alles gar nicht, es war nur ein Gerücht? Allerdings stammen die Leute, die mir das Konzept der Bürgerbeteiligung erläuterten, aus dem Gemeinderat, CDU-Vorstand und Volksbank. Meine Informanten sind also keine Deppen.

Vielleicht hätte ich doch zu einer Infoveranstaltung kommen sollen. Möglicherweise hätte ich dann mehr begriffen. Auf jeden Fall besteht noch großer  Infobedarf seitens der Projektierer, der Gemeinde Bakum und aller Beteiligten am  Windpark. Schließlich wird ja nicht nur an meinem Stammtisch darüber gerätselt. Warum gibt es eigentlich keinen öffentlichen Prospekt darüber im Internet? Die Infoveranstaltungen haben ja schließlich schon stattgefunden. Eine Info auf der Homepage der Volksbank Bakum, der Gemeinde Bakum  oder eine eigens eingerichtete Website mit konkreten Informationen könnte viele Spekulationen und unnötige Gerüchte darüber aus der Welt räumen.

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