Warum es Spaß macht, im Chor zu sein

Mittendrin im Chor. Singen macht Spaß.

Seit einiger Zeit mache ich in der Chorgemeinschaft „Cäcilia“ Bakum mit. Und es macht wirklich Spaß, im Chor zu singen. Jahrelang bin ich als Berichterstatter auf den Winterfesten und Generalversammlungen zu Gast gewesen. Dabei hatten die Bakumer Sänger mich immer wieder angesprochen: „Mach doch bei uns mit!“

Ich zierte mich lange. Denn noch ein Verein mehr, das ist eigentlich zuviel für mich. Mein Kalender ist gut gefüllt. Und ich liebe Abende, die ich zu Hause mal in Ruhe verbringen kann. Beim Chor muss man regelmäßig zur Probe kommen. Am besten zu jeder Probe. Das wollte ich mir eigentlich nicht auf den Hals holen.  Obwohl mir die Leute sympathisch waren. Doch bei der Generalversammlung im letzten Jahr ließen die Leute vom Chor nicht locker. Wenige Tage rief mich jemand an, er wolle mich nun zur Probe am Donnerstag abholen.

Nach längerer Unterhaltung rang ich mich durch. Bei der ersten Probe saß ich im „Ersten Bass“, so nennt man den Teil einer Männerfraktion in einer mittleren Tonhöhe. Es wurden Notenblätter gereicht. Für Neulinge eine Herausforderung, sich auf dem Blatt zu orientieren, gleichzeitig die Melodie sich beim Mithören seiner Nachbarn einzuprägen und gleichzeitig auf den Dirigenten zu achten.

Das Repertoire des Chores ist sehr breit, von traditionellen Volksweisen über Volkslieder, Evergreens wie ABBA bis zum geistlichen Liedgut. Besonders schön sind die schönen Choräle, die auch während der heiligen Messen an hohen Festtagen vom Chor gesungen werden. Schon wenige Proben später war mein erster „Auftritt“ beim Hochamt am 2. Weihnachtstag in der Bakumer Kirche. „Wie bitte, ich soll schon mitsingen?“ fragte ich die anderen „Sängergeschwister“. „Na klar, du singst mit beim Hochamt, wenn du unsicher bist, bleib einfach leise“, war die klare Ansage. Von Anfang an ist man im Chor voll dabei.

Der Chor tritt als Familie auf, die Mitglieder werden zu „Sängerschwestern“ und „-brüdern“. Im Chor funktioniert es nur, wenn alle zum harmonischen Klang gemeinsam beitragen. Solisten sind im Regelfall nicht gefragt. Hören auf den Anderen ist entscheidend. Niemand soll den anderen übertönen. Ein gewisses Gehör für Tonharmonie ist Voraussetzung. Zu früheren Zeiten mussten Bewerber erst vorsingen, bevor sie im Chor aufgenommen wurden. Die Zeiten haben sich gewaltig geändert. Heute leiden Chöre zu Unrecht unter dem Image, dies sei nur etwas für ältere Leute. Ein Chor gilt als langweilig, uncool. Welcher 20jährige traut sich, in Facebook zu bekennen, dass er im Kirchenchor mitsingt? Aus diesem Grunde bemühen sich die Chöre händeringend um Nachwuchs.

Unser Chor wird von dem russlandstämmigen Dirigenten Juri Ort geleitet. Er ist ein Profi und beherrscht mehrere Instrumente perfekt. Der feinfühlige, humorvolle, manchmal etwas strenge aber stets freundliche Chorleiter hat uns nicht nur  viel über Musik sondern auch aus seinem reichen Erfahrungsschatz seines Lebens geschenkt. Aber nicht nur die Chormusik, sondern auch viele schöne Gemeinschaftsaktivitäten tragen zum Spaß in der Chorgemeinschaft bei. Zum einen das „Nachsingen“ nach der Probe. Wir tagen dabei durchaus etwas länger. Beim Bier wird das eine oder andere an Neuigkeiten aus dem Dorf ausgetauscht. Oder über Gott und die Welt diskutiert.

Auch schön sind die Feste, die die einzelnen Chorstimmen veranstalten. Im Ersten Bass treffen wir uns einmal jährlich zum Grillen und im Winter zum Grütze-Essen. Wer mitmachen möchte kann einfach donnerstags um zwanzig Uhr in den neuen Musikraum der St. Johannes-Schule Bakum kommen. Und ganz unverbindlich einmal in den Chor rein schnuppern. Einfach mal etwas neues ausprobieren und nette Leute kennenlernen. Oder sich bei mir melden. Ich hole sie oder ihn gerne ab und begleite zur ersten Chorprobe.

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