Warum Menschen sich freiwillig im Fitness-Center foltern

Immer mehr Menschen erkennen den Nutzen konzentrierten Muskeltrainings und quälen sich ein- oder mehrmals in der Woche beim Kraftsport im Fitness-Center.

Georg trainiert Bauchmuskulatur auf der Bank

Unangenehm aber wirksam. Auf dieser Bank trainiere ich meine Bauchmuskulatur.

Es ist Montagabend. Nach der Arbeit greife ich gegen 18 Uhr meine Trainingstasche und springe ins Auto. Wenige Minuten später erreiche ich den „Injoy Sports & Wellnesclub“ in Vechta in der Robert-Bosch-Straße. Dort checke ich mich mit meiner Mitgliedskarte ein. Nachdem ich mir mein Shirt aus atmungsaktiver Microfaser übergestreift habe, strampele ich mich auf dem Fahrradergometer 10 Minuten lang bei „Tempo 25 bis 31 km/h“ im Cardio-Bereich warm. Nach dem Aufwärmtraining beginne ich mit dem Zirkeltraining an acht  computergesteuerten Geräten. Doch vorher bestelle ich mir erst einmal Wasser, denn das Training macht durstig. Die Damen am Servicethresen begrüßen mich freundlich, „Hallo Georg, wieder da! Möchtest du wieder kaltes Wasser?“ -„ja, gerne, wie immer,“ antworte ich.

Computergesteuerte Geräte ermöglichen individuelles Muskeltraining

Der Parcours am Milon-Zirkel besteht aus acht Geräten, an denen alle wesentlichen Muskeln trainiert werden. In das Gerät stecke ich meine Karte, worauf es sich auf meine Körpergröße und -leistung einstellt. Die Trainingsphasen werden optisch angezeigt. Zum Wechseln des Gerätes hat man eine halbe Minute Zeit. Eine Trainingsrunde dauert ca. 20 Minuten, in der man zu Schwerstarbeit an allen Gliedern angehalten wird. Ich beobachte, wie eine 70jährige Frau am Rudergerät sich abkämpft. Nebenan schwitzt eine 35jährige etwas korpulente Dame beim Stepper, während ein junger Mann, den ich öfters montags sehe, den Bauchbeuger nach unten wuchtet. Ich bin mittlerweile beim letzten Gerät angekommen, wieder ein Fahrradergometer, auf dem ich mich vier Minuten lang abstrampele. Dabei erhöht das Gerät die stetig die Gangbelastung, bis mein Puls auf 128 Schlägen pro Minute angestiegen ist. Ab einer Pulsrate von 134 verringert das Gerät wieder die Anforderungen, damit ich nicht überfordert werde. Nach vier Minuten freue ich mich redlich, mich einige Minuten wieder erholen zu dürfen.

Zusätzlich zum Milon-Zirkel ein individuelles Trainingsprogramm

Da ich in meiner Blog-Statistik immer wieder feststelle, dass die Leute eine Kritik zu dem Milon-Zirkel suchen, schreibe ich hierzu meine Meinung: Der Milon-Zirkel ist ein ideales Grundtraining, da alle wichtigen Muskeln in kurzer Zeit trainiert werden. Jeder sollte sich dazu unbedingt einen Pulsgurt anschaffen, da sich die Geräte dann optimal auf die individuelle Belastungsgrenze einstellen können. Nur dann erscheint mir der Zirkel überhaupt sinnvoll. Neben dem Zirkel sollte aber ein speziell auf die persönliche Konstitution ausgerichtetes Zusatztraining durchgeführt werden. Der eine hat Verspannungen im Schulter-Nackenbereich, andere leiden unter einer geringen Kondition und benötigen dann ein anderes Training, mit welchem sich Schmerzen lindern und Bewegungseinschränkungen bekämpfen lassen.

Immer mehr Menschen erkennen den Nutzen von Kraftsport

Warum tun die Leute, warum tue ich mir dies eigentlich an?! Beim Training treffe ich übrigens jede Menge Bekannte, viele auch aus Bakum. Der Spaß kostet nicht wenig. Aber nicht nur ich sehe ein, dass der Körper Bewegung braucht. Krafttraining bietet die Möglichkeit, dem Körper konzentriert die Belastung zu bieten, die er benötigt. Eigentlich soll man diesen Zirkel zweimal wiederholen. Ich belasse es aber heute bei dem einen Mal. Erstens weiß ich was ich schon jetzt getan habe. Ich spüre jeden einzelnen Muskeln und schwitze wie ein Bulle. Schnell bestelle ich wieder Wasser. Denn das weitere Training besteht nun aus speziellen Übungen, die Trainer mir  nach meinen individuellen Bedürfnissen gezeigt haben. An weiteren Geräten werde ich eine weitere Stunde intensiv trainieren.

Individuelle Betreuung  ist entscheidend für den Trainingserfolg

Bei Injoy Vechta bin ich schon seit über drei Jahren. Es wird durch die Familie Rück geleitet. Als ich anfing, hatten die Rücks sich noch nicht der Injoy Fitness-Kette angeschlossen. Schon damals war die Atmosphäre im Studio familiär, die Trainer bemüht, sich freundlich und individuell um ihre Kunden zu kümmern. Für jeden einzelnen wird der Fitnesszustand analysiert und mit dem Kunden festgelegt, welche Ziele er erreichen möchte. Die können sehr unterschiedlich sein. In meinem Fall geht es um die Stärkung meiner allgemeinen Fitness. Außerdem möchte ich einer degenerativen Knochenerkrankung entgegen wirken, die zu unangenehmen Rückenschmerzen führt. Hierfür haben die Trainer mir zusätzliche Übungen empfohlen, die ich bei jedem Besuch im Injoy-Center durchführen soll. Ich merke, dass mir dieses regelmäßige Training gut tut. Und nicht nur ich, denn eine immer größere Zahl Leute unterschiedlichen Alters, vom Uniprofessor über den Rentner bis zum Studenten, trainiert im Fitness-Studio. Für mich entscheidend bei der Auswahl eines Studios ist die kompetente und ausreichende Betreuung qualifizierter Trainer. Da würde ich nicht zugunsten eines günstigen Preises verzichten wollen. Es geht schließlich um die Gesundheit. Wir werden in Zukunft mehr bereit sein müssen, in unsere eigene Gesundheit zu investieren. Sowohl Zeit als auch Geld.

Was hat ein Training im „Fitness-Center“ für Vorteile?

Der moderne Mensch erkrankt an Bewegungsmangel. Mangelhafte Ernährung und Bewegung führen zu den sogenannten Zivilationskrankheiten, zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes, Haltungsfehlern und Gelenkproblemen. Dies sind Binsenweisheiten, die niemand bestreitet. Daran kommen auch Menschen wie ich, die lieber am Computer daddeln oder auf der Couch vor dem Fernseher liegen, nicht vorbei.
Nun gut, man könnte ja auch im Verein aktiv sein oder regelmäßig schwimmen gehen. Für mich bietet das Krafttraining aber einige Vorteile. Erstens werde ich durch ausgebildete Trainer individuell betreut. Zweitens wird durch das Training mein ganzer Körper trainiert und nicht nur einzelne Muskelgruppen. Drittens kann ich konzentriert und zeitlich relativ begrenzt intensiv trainieren. Viertens kann ich jederzeit entscheiden, wann ich zum Training gehe und bin nicht an feste Übungstermine gebunden. Fünftens wird mein Clubbeitrag monatlich abgebucht. Da ich an meinen Pfennigen hänge, motiviert mich alte Couchpantoffel auch dies zum regelmäßigen Besuch bei Injoy Vechta.

„Fitness- und Wellnesswahn“ oder sinnvolle Gesundheitsvorsorge?

Ein wenig übertrieben finde ich manchmal die Werbung für dieser Art Fitness-Studios. Kraftsport soll der Problemlöser Nummer 1 sein. Sogar Depressionen soll man im Fitness-Center los werden. An den Wänden im Studio, sogar der Umkleidekabinen, prangen Plakate glücklicher Menschen durch Kraftsport. „Kraftsport macht gesund und glücklich und löst alle Probleme“, verheißen die Werbeaussagen solcher Botschaften. Mich erinnern diese Heilsversprechen ein wenig an den „Fitness- und Wellnesswahn“, den Bestsellerautor Dr. Manfred Lütz in seinen Buchveröffentlichungen und Vorträgen kritisiert hat. Lütz hat insofern recht, dass jeder Mensch, so gesund er auch lebt, irgendwann sterben wird. Niemand kann seine Gesundheit selbst machen, auch Fitnesstraining ist keine Garantie, dass man immer gesund bleibt. Es gibt durchaus Leute, die nur für den Fitnesssport leben und ihm religionsähnliche Züge zuordnen. Danach richten sie ihr ganzes Leben aus.  Die sind aber im Fitness-Center die absolute Minderheit. Die meisten wollen – wie ich – nur etwas für ihre Gesundheit und die Verbesserung ihrer Lebensqualität tun. Im Gegensatz zu Lütz sehe ich allerdings darin keinen Konflikt zur christlichen Religion. Als gläubiger Katholik erhoffe ich von meinem Besuch  bei Injoy Vechta nun  nicht das „ewige Leben“. Dafür besuche ich eben die Kirche. Letztendlich sind allerdings auch Christen berufen, ihren Körper zu Ehren ihres Schöpfers gesund zu erhalten. Dazu gehört auch eine vernünftige Ernährung und ausreichend Bewegung. Ein deftiges Essen, ein Gläschen guten Wein oder Bier sei aber durchaus jedem Rheinländer und jedem Südoldenburger ab und zu gegönnt. Dies sitzt dann ja bei sonst gesunder Lebensweise auch drin.

Internet:

Stiftung Warentest: Fitnesstudios im Test

Injoy Fitness: Injoy Vechta

Dr. Manfred Lütz: Gesund und gleichzeitig krank – Ein Plädoyer gegen den Fitness- und Wellnesswahn

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