Getaggte Beiträge ‘Bakum’

Tote Hose im Landkreis Vechta?

Dienstag, 22. Juli, 2008

Man soll Umfragen ja keinen Glauben schenken. Aber manchmal sind sie doch interessant. Bei Lokalhelden.de, der wohl im Landkreis Vechta am meisten besuchten Eventhomepage, gaben bei einer Umfrage 721 Nutzer ihre Stimme ab, in welcher Gemeinde / Stadt “im Landkreis Vechta am meisten los” sei, was immer man auch darunter verstehen mag.

Die überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer gab die Stimme für die Kreisstadt Vechta ab (484 Stimmen | 67 %). In den anderen Orten des Kreises Vechta scheint allerdings nur verschwindend wenig los zu sein. Die zweitgrößte Stadt  Lohne erhielt nur 29 Stimmen, 4 % Stimmenanteil. Dies ist ein niederschmetterndes Ergebnis. Damit votierten nur wenig mehr Leute für das Mittelzentrum Lohne als für kleine Gemeinden wie Goldenstedt, Holdorf, Visbek und  Neuenkirchen-Vörden. In Damme und Steinfeld, glaubt man der Umfrage, ist etwas mehr los als in Lohne.

Für meine Heimatgemeinde Bakum gab niemand eine Stimme ab. Konnte man dies überhaupt in der Umfrage, für Bakum stimmen? Die Antworten fallen ja bekanntlich immer so aus, wie die Fragen gestellt werden. Und genau hier liegt ja auch das Problem. Sicher ist in Lohne mehr los, als das Umfrageergebnis es scheinen läßt. Und die Fragestellung zu antworten herausfordert. Möglicherweise besuchen Lokalhelden.de auch überwiegend Surfer aus der Kreisstadt. Für Lohner lohnt sich dies anscheinend nicht?

Der Landkreis besteht eben nicht nur aus Vechta, wenngleich es Leute wohl dort gibt, die dies glauben. Dass selbst in der kleinsten Gemeinde im Landkreis, der Gemeinde Bakum, jede Menge los ist, da kann sich jeder überzeugen, wenn er Bakum-Shopping.de, Bakums Eventhomepage, besucht. Und sicher ist in Dinklage, Damme und Goldenstedt und anderswo ebenfalls viel mehr los, als so mancher Kreisstädter glauben will. Dass in Vechta “so viel los” ist, habe ich als jemand aus der “Provinz” noch nicht bemerkt. Den einen oder anderen, der nicht in Vechta wohnt, hat diese schlecht entworfene Umfrage zumindest doch verwundert.

Alle wollen die “profilierte Regionalschule”, nur die Ministerin nicht!

Mittwoch, 16. Juli, 2008

- update 19.07.08 - Wichtiger Besuch kam nach Bakum. Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) sprach auf Einladung des Facharbeitskreises “Bildung” des CDU-Kreisverbands Vechta über die Zukunft der Haupt- und Realschule St. Johannes Bakum. Wie viele andere kleinere Schulstandorte auf dem Lande muß die Bakumer Bildungsstätte um ihre Zukunft fürchten.

Bekanntermaßen sinken die Schülerzahlen. Besonders bekommen dies die Hauptschulen zu spüren. Bakums Schulleiter Werner Völker erläuterte dies vor dem Bakumer Gemeinderat und stellte den Gemeindevertretern einen Schulversuch “Profilierte Regionalschule” vor:

In der „Profilierte Regionalschule“ sollen die Schülerinnen und Schüler, die kein Gymnasium besuchen, gemeinsam beschult aber in den Hauptfächern entsprechend ihren Fähigkeiten differenziert in Lerngruppen unterrichtet werden. Dies, so Herr Werner Völker, führe zu einer gezielten und individuellen Förderung eines jeden Kindes und zu einer besseren Akzeptanz der Hauptschule und damit auch des Schulstandortes Bakum. Quelle: Ratsprotokoll der Gemeinde Bakum vom 23.06.08

Dieser Vorschlag fand von allen Seiten große Zustimmung, kann man in dem Protokoll nachlesen. Schließlich haben die Bakumer schon jahrelang in Schulversuchen erfolgreich bewiesen, dass eine engere Kooperation der Haupt- und Realschule sich für alle Beteiligten positiv auswirkt. Dem Schulleiter Völker und seinen Kolleg(inn)en werden bei allen möglichen Gelegenheiten für ihre hervorragende Arbeit an der Schule auf die Schultern geklopft. Und selbst Hauptschulabgänger haben in Bakum eine Chance, hört man. Weil das Niveau stimmt und soziale Kompetenzen ebenfalls an der Schule gefördert werden.

SPD-Ratsherr Siegfried Böckmann “gratulierte” dem Schulleiter zum neuen Schulmodell. Das sei binnendifferenzierter Unterricht, wie er ihn schon lange fordere. CDU-Ratsherr Averbeck bedankte sich beim Schulleiter. Es gäbe “Bewegung in der Schullandschaft”. CDU-Ratsherr Eiken hält die “profilierte Regionalschule aufgrund seiner Erfahrungen mit der Sekundarschule für den optimalen Weg”. Zwar gab es bei der Ratssitzung Nachfragen zur Realisierung des Schulversuchs. Kritische oder negative Meinungen zum Schulversuch wurden allerdings nicht geäußert.

Ein echter Dämpfer ist für die Bakumer die Entscheidung von Heister-Neumann, dass in Bakum kein solcher Schulversuch stattfinden soll. Die “Profilierte Regionalschule” passt halt nicht ins Konzept der CDU, die die strikte Fortführung des dreigliedrigen Systems Hauptschule - Realschule -  Gymnasium will. Aufweichungen dieses Bildungskonzeptes sind nicht gewünscht. Denn das Bakumer Beispiel könnte Schule machen.

Nach einer schlechten Nachricht muß immer auch eine gute folgen. Das Wahlvolk darf man schließlich nicht völlig vergraulen und Schulpolitik kann Wahlentscheidungen beeinflußen. So erklärte die Minsterin sich bereit, “Erlasse zu lockern und so Einschränkungen des gemeinsamen Unterrichts von Real- und Hauptschülern außer Kraft setzen.” Damit soll den kleinen Schulstandorten wie Bakum eine Chance zur weiteren Existenz gegeben werden. Inwieweit diese Lösung eine Basis für die dauerhafte Zukunft einer wohnortnahen Beschulung in kleinen Gemeinden ist, muß sich allerdings noch herausstellen. Dazu ist noch einiges an Anstrengungen unserer örtlichen Politiker zu leisten, um den Umdenkprozess auf überregionaler Ebene zu fördern.

Update 19.07.08:

Offiziell wurde auf der Schulhompage der St. Johannes Schule die Kultusministerin für ihre Entscheidung gelobt. Es handele sich um eine “gute Nachricht”, dass es “erst mal weiter gehen könne”. Die Ministerin habe “für die Kinder, die jetzt nach diesem Modell eingeschult werden, ein Fortbestehen “der Übergangslösung des schulübergreifenden gemeinsamen Unterrichts “bis zum Abschluss” zugesichert. Dies bedeutet, die Schüler brauchen nicht zu fürchten, an der Bakumer Schule ihren Abschluss nicht machen zu können.

Der Quakenbrücker Landtagsabgeordnete Claus Peter Poppe (SPD) kritisierte in der Oldenburgischen Volkszeitung allerdings die “Bakumer Sonderregelung”. “”Wer immer von Eigenverantwortung der Schulen spricht, der soll doch Entscheidungen über schulformübergreifenden Unterricht auch den Schulen eigenverantwortlich überlassen, statt sienoch immer zu gängeln,” wird er in der Vechtaer Zeitung am 19. Juli 2008″ zitiert. Die strikte Trennung der Schulformen lasse sich auf Dauer nicht durchhalten, die jetzige Regelung der Schulpoliti sei “halbherzig”. Er wolle deshalb noch mal nachhaken.

Historischer Moment in Bakum

Sonntag, 13. April, 2008

Ein solches Ereignis findet nur sehr selten statt: In Bakum wurde eine neue Kirchengemeinde ins Leben gerufen. St. Johannes Bapt. entstand aus den Pfarrgemeinden in Bakum, Vestrup, Lüsche und Carum.

Es war ein erhebender Moment, als die Urkunde des Bischofs verlesen wurde und die neuen Kirchenbücher dem Pfarrer überreicht wurden. Und ach ja, auch ein neuer Pfarrer wurde ins Amt eingeführt und den kath. Christen der Gemeinde Bakum vorgestellt: Er heißt Bernhard Schmedes und eroberte die Herzen der Gläubigen im Fluge.

Bürgermeister Lehmann wies auf die Bedeutung dieses Ereignisses hin: Was auf politscher Ebene seit 1945 längst Wirklichkeit ist, ist nun auch in kirchlicher Hinsicht der Fall. Die Gemeinde Bakum ist eine Einheit aus Bakum, Carum, Vestrup, Lüsche und nicht zu vergessen zehn weiteren Bauerschaften. Gehen nun auch die Menschen in der Gemeinde einen Schritt aufeinander zu? Zu wünschen wäre es.

Pfarrer Bernhard Schmedes

Mosquito verjagt herumlungernde Jugendliche an Bakumer Schulen

Samstag, 5. Januar, 2008

Zur großen Darstellung des Fotos …Für heiße Diskussionen hat die Installation von Kameras an Bakumer Schulen gesorgt. Die Kameras sollen für mehr Sicherheit sorgen. Die Schulgelände sind nachts zum Partytreffpunkt für Jugendliche entfremdet worden, die zum Leidwesen des Hausmeisters dort ihren Müll hinterlassen.

Foto: Das Gerät “Mosquito” vertreibt unerwünschte Jugendliche. Zur großen Darstellung …

Zufälligerweise fand ich in der FAZ ( Ausgabe vom 03.01.2008 ) einen Zeitungsartikel “Wer herumlungert, kriegt was zu hören”. Im Artikel wird die mögliche Lösung des Problems präsentiert!

Die Vechtaer Elektronikfirma Compro Elektronik bietet ein Gerät “Mosquito”, welches die Jugend vertreibt. Wenn Jugendliche zu unerwünschten Zeiten an Orten sind und “Mosquito” eingeschaltet ist, hören sie einen Ultraschallton, der unangenehm für sie ist. Ältere Leute können diesen Ton nicht mehr hören, da ihr Gehör die Frequenzen nicht mehr wahrnehmen kann.

Das Gerät kostet 85o.- € und wurde, so der Zeitungsartikel, bereits in Deutschland 700 Mal verkauft. In England seien sogar 3000 Stück davon abgesetzt worden. Einziger Nachteil: Wenn das Gerät tagsüber nicht ausgeschaltet wird, wundern sich plötzlich alle Lehrer, dass ihre Schüler fluchtartig ihre Bildungsstätte verlassen haben.

Nachtrag: In der Oldenburgischen Volkszeitung wurde am 23. Mai 2008 berichtet, dass die Firma Compro Eletronic GmbH dies Gerät nicht mehr vertreibt:

Das “akustische Zerstreuungssystem für Gruppen von Jugendlichen” mit dem Namen “Mosquito” wird derweil nicht mehr von der Vechtaer Firma Compro Electronic vertrieben. Das Gerät passe nicht mehr in die Produktpalette, hieß es seitens des Unternehmens. Mit dem schlechten Image von “Mosquito” habe es nichts zu tun.

Zu diesem Zeitpunkt wurde das Gerät aber noch auf der Firmenhomepage bekannt gemacht.